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Isteren  Juni 2011

Autofahrt von Deutschland (Petershagen) zum Campingplatz am Femundsee. Entfernung 1400Km. Ankunft Samstag am späten Nachmittag. Wurde gleich durch ein kräftiges Gewitter begrüßt. Die Blitze waren so stark und so nah, dass ein paarmal das Auto, wegen des Luftdrucks den ein Blitz verursacht, gewackelt hat. Nach dem Begrüßungsgewitter stand mein Auto etwa 15cm tief im Wasser.

Am nächsten Tag ging es dann Richtung Isteren See. Hatte erst auch mit dem Gedanken gespielt den Berg Sölen (1755m) zu besteigen. Das war aber völlig unmöglich, der Berg war fast den ganzen Tag in dicken Wolken eingehüllt. Außerdem war mir die Besteigung nach dem Gewitter auch viel zu riskant. Im Sommer bei gutem Wetter soll der Berg auch für Nichtbergsteiger gut zu besteigen sein, aber bei dichter Bewölkung und hoher Gewitterwahrscheinlichkeit ist das nichts für mich.

Bin dann zu einem Parkplatz direkt am Isteren gefahren. Habe dort einen Schweizer getroffen der dort mit Wohnwagen übernachtet hat. Er sagte, dass er schon eine Woche in Norwegen ist und jeden Tag gutes Wetter gehabt hat, bis gestern dieses heftige Gewitter kam.

Ja, aber nun bin ich eben in Norwegen am Isteren und werde darauf auch paddeln. Also Boot vom Dach und ab aufs Wasser, auch wenn es wettermäßig übel aussieht.

Los geht’s. Das Wetter ist zwar schlecht, es ist aber trotzdem kein besonders starker Wind. Deshalb sind die ersten Kilometer auch sehr schön, bis mir mal wieder ein kleines Missgeschick passiert, ich fahre doch tatsächlich mitten im See auf einen Stein der nur knapp unter der Wasseroberfläche liegt. Irgendwie habe ich dafür ein besonderes Talent. So etwas passiert mir immer mal wieder. Erinnere mich daran das ich vor  Jahren auf dem Tarn in Frankreich auch einen Stein mitten auf dem Fluss getroffen habe und meinen Kanadier nur mit erheblichen Mühen wieder befreien konnte. Da ich heute mit Faltboot unterwegs bin kommt mir sofort der Gedanke, dass die Bootshaut aufreißen könnte was bei mehreren 100 Metern Uferentfernung und noch recht kalten Wasser übel ausgehen kann. Doch es passiert nichts Schlimmes und es geht weiter. 

Die folgenden Stunden sind nur noch zum Genießen. Ab und zu kommt durch die Wolken etwas mehr Licht und ich kann mir gut vorstellen wie unglaublich schön dieser See bei Sonnenschein aussehen muss.

Zeit für eine erste kleine Pause. Die nächste Insel wird angesteuert. Beim Aussteigen mit dem rechten Fuß ausgerutscht und damit ins Wasser eingetaucht. Erster nasser Fuß an diesen Tag, denke, na ja kommt vor. Nach meiner Pause beim Einsteigen mit dem linken Fuß ausversehen eingetaucht. Zweiter nasser Fuß, denke,  Idiot, zu doof um ins Boot einzusteigen…

Nach ein paar Kilometern auf dem Wasser hört man ein erstes Grollen, ein Gewitter ist im Anmarsch. Steuere die nächste Insel an. Meine Füße waren inzwischen wieder etwas getrocknet. Beim Aussteigen rutsche ich wieder aus, rechter Fuß nass, danach verliere ich noch mal ein bisschen das Gleichgewicht, linker Fuß nass, denke, prima das wäre dann schon mal erledigt…

Das Gewitter kommt immer näher, wenn das genauso stark wird wie gestern Abend werden die folgenden Stunden nicht Lustig. Ich baue schnell mein Zelt auf. Da der Wind nun auch erheblich zunimmt binde ich es genauso wie mein Boot noch zusätzlich mit einem  Seil an einem Baum fest und verkrieche mich darin. So, nun sitze ich erst mal fest. Überlege was man jetzt Sinnvolles machen kann. Mir fällt auch schnell etwas ein. Kaffee kochen. Das Gewitter kommt immer näher, das Donnern wird lauter. Ob der Donnergott mich wohl holen möchte. Doch dann wird es schnell wieder leiser. Das Gewitter zieht wieder ab. Der Donnergott wollte mich doch nicht. Bestimmt deshalb nicht, weil ich viel zu sehr nach Autan stinke.

So ein anti Mücken Parfüm ist in dieser Gegend schon wichtig. Hat man keins, kommen sofort Scharen von wilden Mücken und saugen einen schneller aus als man um sich schlagen kann.

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Es ist nun Zeit wieder die Rückreise anzutreten. Baue das Zelt wieder ab und packe alles ins Boot, steige ein und paddele los. Auf der Rückfahrt habe ich ständig Gegenwind, der ist aber nicht so stark, dass es mich besonders belastet. Unterwegs paddele ich noch an der wohl kleinsten Insel des Isteren Sees mit Vegetation vorbei. Etwa 50cm im Durchmesser. Sieht irgendwie lustig aus. Ein Stein mit einem Büschel Gras oben drauf. Außerdem finde ich noch einen der tollen Sandstrände des Sees.

Wieder an der Aussatzstelle angekommen sehe ich den Berg Sölen das erste Mal vollständig ohne Wolken und denke mir dabei, das ich irgendwann nochmal bei richtig gutem Wetter wiederkommen muss. Ich steige aus dem Boot aus direkt mit dem Fuß ins Wasser.

 

Allgemeines zum Isteren See

Der Isteren ist 18 km lang und befindet sich in der Femundsmarka in der Provinz Hedmark in Norwegen. Größte Tiefe 45m, Seeoberfläche 642m üdM. Aufgrund der meist geringen Tiefe im Sommer relativ warm. Viele kleine Inseln und Sandstrände. Hauptzufluss ist die aus den Femundsee kommende Glöta. Abfluss aus dem See ist der Isterfossen, der in den Galthaen See mündet. Der Isteren befindet sich in Privatbesitz. Es gibt natürlich Elche, habe aber keine gesehen. Rentiere, eins gesehen, und Mücken, mehr als eine gesehen. Und es soll auch immer mal wieder Paddler geben, aber, keine gesehen. Liegt bestimmt daran, dass die sich vorher über das Wetter informiert haben und ich nicht.

 

 

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Soelen
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