Kanuland Femund Kanadier Tour Juli 2012 (Norwegen)

Die 8 Seen:

Femundsee  Glöten  Isteren  Galthaen  Galtsjön  Storhaen  Osterhaen  Sölensjöen

 

 Start am Campingplatz Femundtunet

- Über den Femundsee / Glöten 5 km bis nach Rystallbacken

- 1. Umtragestelle bis nach Glötberget 3 km

- Auf Isteren See 4 km bis zum Isterfossen

- 2. Umtragestelle bis zu einer Einsatzstelle am Galthaen 1 km

- Auf Galthaen / Galtsjöen See 4 km bis nach Smithsaetra

- 3. Umtragestelle bis Sölenroa 2.5 km

- Von Sölenroa auf Sölensjöen See (mit Storhaen / Osterhaen See) bis nach Rodbuhytta 4 km

- 4. Umtragestelle bis zum Isterfossen 7,5 km

- Isteren See diesmal nur bis zu einem an der Strasse gelegenen Parkplatz 1,5 km

- 5. Umtragestelle bis nach Rystallbacken 5 km

- Glöten / Femundsee bis zum Campingplatz Femundtunet 5 km

 

Strecke Wasser 23,5 km               Strecke Land 19 km                   Gesammtstrecke 42,5 km

 

Femundtunet1
Femundtunet2
1Umtragen1
1Umtragen2
Galthaen2

Campingplatz Femundtunet. Einsetzen am platzeigenen Sandstrand in den Femundsee.

Nach 5 km auf dem Femundsee (mit Glöeten-See) kommt die erste Umtrage. Etwa 2 km auf der Strasse 26, der Rest bis Glötberget auf einem Schotterweg.

Isterfossen1-12
3Umtrage1
3Umtrage3
3Umtrage2

Angekommen am Isterfossen. Mit einem Kayak wäre die Befahrung kein grosses Problem, mit einem voll beladenen Kanadier lasse ich das lieber.

Sandstrand Idylle am Ende des Galtsjöen Sees.

Es folgt die mit Abstand schwerste Umtragestelle. Etwa 2,5 Km lang und zusätzlich sind noch etwa 100 Höhenmeter zu überwinden. Doch das erste Problem war ein völlig unerwartetes. Wo ist der Weg ??? Auf der Karte zwar eingezeichnet, in der Realität fast nicht zu erkennen. Hätte ich nicht zufällig einen Norweger getroffen, der an seinem Holzhaus im Wald gearbeitet hat, hätte ich diesen Weg erst gar nicht gefunden. Das zweite Problem war, dass es nicht immer eindeutig war wo der Weg weiter geht. Mit einem vollbeladenen Kanadier nicht gerade ein angenehmes Gefühl wenn die Gefahr besteht das man sich evtl. im Wald verläuft. Das grösste Problem war allerdings der Matsch. Es hatte vorher tagelang geregnet. Die Räder vom Bootswagen waren ein paar mal gar nicht mehr zu sehen. Außerdem ist das Boot etliche Male umgekippt. Und es schien immer nur Berg hoch zu gehen. Kurz vor dem Ende des Weges, ich wußte natürlich nicht wie weit es noch ist, habe ich den Bootswagen abgebaut und versucht das Boot ohne Wagen zu ziehen. Ging aber auch nicht besser. Allmählich kam der Gedanke das ich das Boot vielleicht aufgeben muss. Zurück mittlerweile zu weit, weiter, keine Ahnung wie lange noch. Kräfte langsam am Ende. Bin dann ohne Boot weiter, um zu sehen, wie lang der Weg noch ist. Nach 50m die Erlösung: ein richtiger Schotterweg und vor allem kein Matsch mehr.

Soelensjoen2

Irgendwann hört man auf zu zählen wie oft das Boot schon umgekippt ist.

Geschafft: Einsatzstelle am Sölensjöen / Storhaen.

Ich paddle los. Es ist trotz miesen Wetters beeindruckend schön, bis ich an Stromschnellen komme (etwa 300m lang) wo ich hoch muss. Am Ufer lang laufen geht nicht, also mit vollbepackten Boot durchs Wasser treideln. Glatte Steine, kaum Halt, ständig die Gefahr auszurutschen. Außerdem stehe ich meistens bis zu den Knien im Wasser, im wirklich kalten Wasser. Aber es ist mir mittlerweile egal. Nach der letzten Umtragestelle kann mich gar nichts mehr schocken. Jetzt weiß ich warum der Soelensjoen See an einigen Stellen einen anderen Namen hat.

Soelensjoen4
Soelensjoen5
Soelensjoen6
Soelensjoen7
Soelensjoen8
Soelensjoen10
4Umtrage1
4Umtrage3
Handtuch
Schraube

Weiter geht es auf dem Soelensjoen auf spiegelglattem Wasser bei völliger Windstille. Ich bin jetzt ganz dicht am Fuße des Berges Soelen (1755m) und sehe nichts von diesem wunderschönen Berg.  Nebel.

Es ist nun Zeit sich einen Übernachtungsplatz zu suchen. Ich finde nach einiger Zeit einen auf der Insel Vioddholmene. Der etwas festere Untergrund ist gerade so groß wie mein Zelt, sonst nur Moos, bei dem man mindestens 30 bis 40 cm einsackt. Der einzige Platz zum hinsetzen und kochen ist ein großer Stein am Ufer.

Beim Zeltaufbau bemerke ich, dass im Boot sehr viel Wasser ist. Klar, es hat unterwegs immer mal wieder geregnet, aber so viel, merkwürdig. Alle Sachen sind völlig durchnässt. Selbst viele, die in wasserdichten Beuteln eingepackt waren. Sind wohl doch nicht wirklich wasserdicht.  Auch das Zelt ist völlig nass. Als es steht tropft es nur so im Innenzelt von der Decke. Erinnert mich mehr an eine Badewanne. Das einzig trockene ist mein Schlafsack, nur wenn ich den ins nasse Zelt lege ...

Ich entschließe mich, auf eine Übernachtung zu verzichten. Es geht weiter bis zur Aussatzstelle nach Rodbuhytta wo sich wieder einer der vielen herrlichen Sandstrände befindet.

Es folgt mit 7,5 km die längste aber auch einfache Umtragung bis zum Isterfossen.

Kurz vor dem Isteren dann das erste mal eine kleine Wolkenlücke am Himmel.

Seit der anstrengenden Umtragung von Galtsjöen zum Sölensjöen fehlt am Bootwagen eine doch recht wichtige Schraube. Trotzdem ist der Wagen weiter problemlos zu benutzen. Nur quietscht er jetzt.

Ein Küchenhandtuch erleichtert das Ziehen erheblich.

IsterenSee3
5Umtrage1
Wasser
Femundsee2
Femundtunet3
Loch

Wenigstens Wasser zum trinken muss man im Kanu Land Femund nicht mitnehmen. Die Seen sind so sauber das man es einfach daraus trinken kann.

Kurz vor Mitternacht bin ich wieder auf dem Isteren See.

Für die letzte Umtragestrelle entscheide ich mich diesmal am Isteren schon etwas früher an einem Parkplatz auszusteigen. Auf der Hinfahrt bin ich in Gloetberget eingestiegen. Doch das ist Privatbesitz. Wenn ich dort nach Mitternacht ankomme und der Hund bellt ... . Jetzt wird es tatsächlich doch für etwa eine Stunde ziemlich dunkel und ich befinde mich auf der Srasse 26. Mein Bootswagen quietscht mittlerweile fürchterlich. Denke mir das das ja eigentlich ganz gut ist, so hören mich die Tiere schon von Weitem und es steht nicht plötzlich ein Elch vor mir. Doch dann sehe ich von Weitem einen grossen Schatten auf der Strasse. Der Größe nach, denke ich, kann das nur ein Elch sein, aber genau erkennen kann ich es nicht. Ich klopfe, um ihn zu vertreiben auf mein Boot. Aber keine Reaktion. Wieso haut der nicht ab? Ich gehe etwas weiter ran, klopfe weiter, aber auch jetzt, keine Reaktion. Plötzlich leuchtet mich “der Elch” mit einer Taschenlampe an. Ich gehe weiter mit meinem quietschenden Bootswagen an den Schatten bis ich ihn erreiche. Vier Norweger die um 1 h Nachts auf der Strasse stehen und Bier trinken. “Hi” - “Hi, canoe quietsch quietsch” , (mir fällt das englische Wort für Quietschen nicht ein) die Vier grinsen mich an.

Dann bin ich wieder auf dem Glöten / Femundsee zur letzten Etappe bis zum Campingplatz Femundtunet.

Geschafft, der Campingplatz ist erreicht. Ich ziehe mein Boot zum Zelt und verkrieche mich nach 20 Stunden erschöpft in meinen Schlafsack.

Am nächsten Morgen sehe ich dann noch warum immer so viel Wasser im Boot war.

Ende

Kanuland Femund Karte

Femund